Der Verein „Guten Tag Kinder e.V.“ ist ein politisch, weltanschaulich und konfessionell unabhängiger Verein. Im Tagesablauf gibt es eine Mischung aus vielen freien Momenten (freies Spiel, freies Basteln, freie Wahl von Spielpartner:innen, freie Bewegung im ganzen Kinderladen) und festen Zeiten, die für das harmonische gemeinsame Leben und den Sozialisierungsprozess in der Kita essenziell sind (Morgenkreis, Mittagessen, Ruhezeit, Nachmittagssnack).

Freies Spiel und freies Basteln
Wir geben dem freien Spiel und dem freien Basteln einen ganz besonderen Platz in der pädagogischen Arbeit. Das freie Spiel gibt den Kindern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, womit und mit wem sie sich beschäftigen wollen. Es fördert die Fantasie der Kinder und sie haben die Möglichkeit, ihre individuellen Fähigkeiten zu entdecken. Im freien Spiel knüpfen die Kinder selbstständig soziale Kontakte und setzen sich spielerisch mit ihren Erlebnissen aus dem familiären Umfeld auseinander, zum Beispiel in Form von Rollenspielen.

Unter freiem Basteln wird ein ergebnisoffenes Handeln verstanden. Die Kinder verwenden selbstbestimmt Materialien und vielfältige Techniken. Es handelt sich also um ein freies, intuitives Basteln, das einer weit verbreiteten „Anleitungskultur“ gegenüber steht. Es geht im freien Basteln nicht um das „schöne Ergebnis“ aus der Sicht der Erwachsenen, sondern um die Selbsttätigkeit des Kindes und um seine Auseinandersetzung mit Material und Vorstellungskraft (Kreativität).

Projekte
Die Erzieher:innen gestalten mit den Kindern regelmäßig spannende Projekte. Sie orientieren sich an den Interessen der Kinder oder nutzen Themen wie die Jahreszeiten, die Tierwelt und den menschlichen Körper. Ein Beispiel ist die „Farbenwoche“, in der die Kinder jeden Tag eine andere Farbe erleben, indem sie sich vorwiegend in dieser Farbe kleiden oder Essen in dieser Farbe zubereitet wird. Weiterhin gab es zum Beispiel ein Müllprojekt, bei dem spielerisch Wissen zum Thema Umweltschutz vermittelt wurde. Die Eltern sind ebenfalls eingeladen, Projekte vorzuschlagen und zu begleiten.

Bildungsverständnis und Leitziel
Uns geht es nicht darum, das Berliner Bildungsprogramm (BBP) methodisch am Kind „abzuarbeiten“. Vielmehr ist eine „gelebte“ Pädagogik mit dem Kind wichtig. Die Erzieher:innen werden als Lehrende und immer auch als Lernende verstanden. Das heißt Bildung, Erziehung und Betreuung ist immer ein Prozess zwischen allen Beteiligten und ist zu keinem Zeitpunkt abgeschlossen! ALLE sind daran beteiligt! Selbst der Straßenkehrer, dem auf dem Weg zum Spielplatz begegnet wird, kann „pädagogisch“ auf das Kind einwirken.

Situativer Ansatz
Aufgabe der Erzieher:innen ist es, an bedeutsame Situationen im Erleben der Kinder, an ihre Erfahrungen und Fragen anzuknüpfen. Vor allem, indem sie in ihrem Forschungsdrang unterstützt werden. Je mehr Eigeninitiative und Selbstbestimmung zugelassen werden, desto mehr Erfahrungen und Kompetenzen können sich die Kinder aneignen.

Raum für aktive Selbst-Bildung eröffnet der situative Ansatz. Im Kinderladen orientieren wir uns am aktuellen Geschehen. Es wird beispielsweise eine Situation registriert, welche beim Kind eine Emotion hervorruft und die Pädagog:innen reagieren –diese Beobachtung aufgreifend– flexibel auf dessen Interesse. Dies geschieht allein aufgrund des Impulses durch das Kind beziehungsweise die Kinder, worauf möglichst zeitnah reagiert wird. Der situationsorientierte Ansatz geht davon aus, dass Kinder sich immer mit dem beschäftigen, was hinter ihnen liegt. Bei diesem Ansatz geben nicht die Erwachsenen die Themen vor, sondern versuchen zu entziffern (Beobachtung), womit sich die Kinder momentan seelisch/innerlich auseinandersetzen. Diese Bedeutungswerte werden aufgegriffen. Hier wird nicht „auf die Zukunft hin“ gearbeitet, sondern auf das, was das Kind beschäftigt und zur Bewältigung dessen benötigt. Auf diese Weise wird das Kind darin unterstützt, seine (existentielle) Neugier zu befriedigen.